Kritische Schriften

Über Rodbertus

Zwei Wochen nach seinem Linzer Vortrag erscheint Bahrs Einführung in das Werk Rodbertus' in den "Unverfälschten Deutschen Worten", eine mit Vorwort versehene eigene Broschüre dürfte gleichzeitig gedruckt sein.

Rede über Klimt (1901)

Die Österreichische Volkszeitung berichtet am 6. April 1901:
Hermann Bahr's 'Rede über Klimt', die am 24. v. M. am Leseabend der 'Concordia' gehalten wurde, ist soeben im Wiener Verlag erschienen. Das geistvolle Plaidoyer Hermann Bahr's wird die Leser ebenso interessieren, wie es die Zuhörer gefesselt hat. Unter den 'Anmerkungen', die der Broschüre hinzugefügt sind, befindet sich auch das Klimt-Feuilleton, das Hermann Bahr in unserem Blatte veröffentlicht hatte. Die Broschüre kostet 20 Heller.

Salzburg

Während Bahr mit "Wien" eine Kritik geschrieben hat, die seiner Unzufriedenheit mit den Wienern Ausdruck verleiht, ist "Salzburg" eine Hymne auf die Stadt, was sich in ihrer touristischen Verwertung nach dem 2. Weltkrieg zeigt. Im Juli 1914 landet Bahrs Text in der Druckerei, doch die weitere Veröffentlichungsgeschichte ist ungeklärt, erst für eine Neuauflage oder einen neuen Vertrieb 1922 sind Rezensionen gesichert.

Mensch, werde wesentlich

Im Herbst 1933, auf 1934 vordatiert, erscheint Bahrs letztes Buch zu Lebzeiten, "Mensch, werde wesentlich". Selbst durch die Krankheit bereits nicht mehr in der Lage, diese Aphorismensammlung aus seinem Werk zu betreuen, schickt sich seine Frau Anna Bahr-Mildenburg in die Rolle der Herausgeberin, die sie auch nach seinem Tod einnehmen wird. Im Nachlass ist ein von Bahr mit zittriger Hand unterschriebenes Exemplar erhalten.

Himmel auf Erden

Auf 1928 vordatiert, erscheint 1927 dieser "Dialog", in dem Bahr sich theologischen Fragestellungen zuwendet. Das Exemplar des Theatermuseums, das es digitalisiert bei ANNO gibt, enthält eine handschriftliche Bemerkung Anna Bahr-Mildenburgs, dass sie ihm in den letzten Stunden aus diesem Buch vorlas.

Selbstbildnis

Ziemlich genau zu seinem 60. Geburtstag am 19. Juli 1923 legt Bahr seine Autobiographie vor, die seine Jugend bis zur Gründung des Jungen Wiens erzählt, dann aber noch seinen Wandel zum Glauben behandelt, wobei er betont, dass ohnedies alles ein Weg dorthin war. Das Neue Reich, in dem seit dem 3. Oktober 1920 der Vorabdruck erschien, kommentiert:
Das Buch ist natürlich nur eine Lektüre für reife Menschen.