Orte

Steinkogl

Am 26. Juni 1883 befiehlt Bahrs Vater, verärgert über die Umtriebe seines Sohnes, die diesen innerhalb weniger Wochen an zwei Universitäten zur persona non grata haben werden lassen, er solle sich in den Zug setzen und nach Steinkogl im Salzkammergut fahren, wo er den Sommer über zu bleiben habe:
Mit dem Wunsche, daß der Teufel, welcher in Dich hineingefahren, in der sonnigen Waldesluft und der stillen Gebirgswelt ausgetrieben werde und Deine Begriffe von Recht und sittlicher Ordnung sich wieder klären.
Er kommt am 3. in Ebensee an.

Niederlande

Am 7. Juli 1905 reist Bahr nach Leiden, Holland, wo ihn Anna Mildenburg erwartet. Am 9. weiter nach Noordwijk aan Zee, wo sie bei der "geizigen Frau A. Heine" in der Villa Dederica wohnen. Vom 24. bis 27. in Lüttich. Am 27. in Leiden. Am 31. in Amsterdam, tags darauf nach Köln.

Griechenland

Am 15. März 1903 besteigt Bahr in Triest das Schiff und reist nach Griechenland. Er verbringt besonders viel Zeit im Nationalmuseum und im Archäologischen Museum Athens. Obzwar seine Antikenrezeption bereits in seine Jugendjahre zurückreicht, intensiviert sich diese nun, wie der in Folge entstandene "Dialog vom Marsyas" bezeugt. Am 4. April betritt er wehmütig wieder das Schiff, am 8. ist er in Triest.

Russische Reise

Zusammen mit Lotte Witt und Emanuel Reicher und ihrer Theatertruppe reist Bahr von Berlin aus im März (Ankunft 19.) nach St. Petersburg. Dort sieht er "die Duse" zum ersten Mal und schreibt ein euphorisches Feuilleton in der Frankfurter Zeitung. Die Reiseerfahrungen erscheinen gesammelt als "Russische Reise",
ein russisches Tagebuch, das wol ein bischen verrückt, aber den Feinschmeckern eine Freude werden wird.[1]
Auf dem Rückweg bleibt er in Warschau stehen und geht nach Wien, wo er am 26. April ankommt und im Hotel Elisabeth in der Weyburggasse absteigt.

Südfrankreich, Spanien und Marokko

Im Abschluss seines Aufenthalts in Paris finanziert ihm sein Vater eine Reise in den Süden. Sie beginnt am 20. September 1889. Stationen: Blois, 21.-22.9.; Tours, 23.9., Bordeaux, 24.9., weiter über Toulouse nach Pau, 5.10, Biarritz, 6. (mehrtägiger Aufenthalt); Valladolid, 20.10; Madrid, 26.10. (nimmt sich ein Zimmer in der Calle Ciudad Rodrigo 9). Weiterreise um den 10. Dezember, über Cordoba und Toledo nach Sevilla. Den Jahreswechsel verbringt er in Cadix. Am 20. Jänner 1890 ist er in Tanger, am 12.

Paris

Der Aufenthalt in Paris von 16. November 1888 bis zum August 1889 löst bei Bahr nach eigener Darstellung die Wandlung vom Sozialisten zum Ästheten aus. Seinen Wohnsitz hat er auf dem Boulevard Saint Michel, Nummer 31, im Hôtel de Suez.

Militärdienst

Vom 1. Oktober 1887 bis Oktober 1888 Militärdienst beim 84. Linzer Regiment in Wien. Bahr wird, seiner politischen Vergangenheit wegen, zwar zum Korporal, aber weder zum Feldwebel noch Offizier befördert.

Studium in Czernowitz

Von Oktober 1883 bis Ende Februar 1884 Weiterführung des Studiums in Czernowitz. (Die Universität in Czernowitz hatte im davor abgelaufenen Sommersemester 248 Hörer, davon 128 Juristen.[1]) Wegen weiterer antiösterreichischen und antisemitischen Umtrieben wird er aufgefordert, die Universität zu verlassen, wenn er die Zeit angerechnet haben will. Laut Selbstbildnis zwei Monate vor Semesterschluss Abreise nach Wien. Anders, ebenfalls mit dem Selbstbildnis gerechnet: Wenige Tage nach der Gerichtsverhandlung am 14. Februar Abreise. Die Abreise findet am 3. oder 4.