Orte

Reichenhall

Am 25. Juli 1903 reist Bahr (ohne seine Frau) nach Linz und weiter nach Salzburg. Tags darauf erreicht er seinen Sommeraufenthaltsort Reichenhall, wo er gleich mit Moorbaden beginnt. Er arbeitet in den nächsten Wochen am unvollendet gebliebenen "Dialog des Lasters" und am Stück "Der Meister." Hin und wieder radelt er. Am 16. August hat er Suizidgedanken im Zusammenhang mit seinen rheumatischen Schmerzen. Am 17. bricht er nach Salzburg auf, am 20. geht's wieder nach Wien.

Olbrichs "Haus Bahr"

Am 18. Juli 1900 [1] zieht Bahr in sein Haus, das von Joseph Maria Olbrich, dem Architekten des Sezessionsgebäudes, für ihn gebaut wurde. Das Grundstück in der Veitlissengasse hatte er dazu von seinem nunmehrigen Nachbarn Emmerich Bukovics, dem Direktor des Deutschen Volkstheaters erworben. Die Inneneinrichtung übernahm ebenfalls Olbrich, aber es finden sich auch Objekte von Olbrichs früherem Arbeitgeber Otto Wagner. Der heute prominenteste Einrichtungsgegenstand stellt Gustav Klimts Nuda Veritas dar. Heutige Adresse, mit verlegtem Eingang: Winzerstr. 22. Am 21. und 22.

Porzellangasse 37

Am 4./5. November 1896 übersiedelt Bahr in die Porzellangasse 37 im neunten Wiener Gemeindebezirk. Erst das Adressbuch Lehmann für das Jahr 1899 (gedruckt im August 1898) bringt seine neue Adresse (II, 32):
Bahr, Hermann, Schriftsteller, IX/1 Porzellang. 37 (1-2). T
Im Vorjahr war nur die Hausnummer ausgewechselt worden. Seinem Vater berichtet er am 10. November von einer Neuerung:
Drei Zimmer, den Salon meiner Frau, meinen und das Schlafzimmer habe ich mir zur Probe auch electrisch einrichten lassen. Das ist riesig angenehm.

Liechtensteinstr. 38

Womöglich seit seiner Hochzeit wohnt Bahr in der Liechtensteinstr. 38. Er ist mit folgenden Eintrag in das Adressverzeichnis Lehmann in der Ausgabe 1896 aufgenommen ist:
Bahr Hermann, Schriftsteller, IX/1, Liechtensteinstr. 38. (1-2) T.
Dieser wurde im August 1895 zur Drucklegung gebracht. Lehmann 1897 bringt den gleichen Eintrag, für das Jahr 1898 passiert ein Fehler: Anstatt die neue Adresse anzugeben, wird nur die neue Hausnummer zu #37 ausgetauscht.

Lammgasse 3

Am 8. Mai 1894 übersiedelt Bahr in die Lammgasse 3 im 8. Wiener Gemeindebezirk. Im Wiener Adressverzeichnis Lehmann steht 1895:
Bahr Hermann, Her. d. Wr. Wochenschrift "Die Zeit", VII, Lamm. 3 (1-2) T.
Wobei das letztere T bedeutet, dass er über einen Telefonanschluss verfügte. Dieses hatte die Nummer 4531 und war nur für Innerortsgespräche frei geschalten, da so die Grundgebühr niederer war.

Salesianergasse 12

Seit November 1892 bis zum 7. Mai 1894 bewohnt Bahr eine Wohnung in der Salesianergasse 12, im dritten Wiener Gemeindebezirk. Im selben Haus wohnt zu der Zeit auch die Familie Hofmannsthal, über die auch die Vermittlung gelaufen ist. An seinen Vater schreibt er:
Ich wohne jetzt III Salesianergasse 12, ein riesig nettes, sehr aristokratisches Haus, ein grosses Zimmer u. daneben ein kleines Schlafzimmer, auf die sehr ruhige Gasse hinaus, hell u. still - der Kammerdiener eines Grafen, dem die Wohnung gehört, ist nie zu Haus. Die Bedienung besorgt die Hausmeisterin.